ton art Hochstadt
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Zeitungsbericht aus der Rheinpfalz vom 07.11.2007

Rocky Horrors „Time Warp" holt Publikum von den Stühlen

BAD BERGZABERN/ HOCHSTADT: Viele „alte Bekannte" im Programm des Chores TonArt - Am Sonntag Konzert in Hochstadt


Mittlerweile ist der gute Ruf des Hochstadter Chores „TonArt" weit ins Land gedrungen. Das Ensemble von Chorleiter Frank Montillon füllte am Sonntag auch die Schloßhalle in Bad Bergzabern. Der einstige „Junge Chor" des Männergesangvereins Hochstadt wurde in der Kurstadt seinem guten Ruf mehr als gerecht, denn nicht nur der Montillon eigene Umgang mit den Stimmen, auch die gut choreografierten Auftritte sorgten für ein richtig schönes audio-visuelles Erlebnis.


Frank Montillion hatte für das neue Programm anspruchsvolle Werke weltweit bekannter Popkünstler ausgewählt und diese hervorragend interpretiert. So begegneten den Zuhörern viele alte Bekannte, die auch im Sound von „TonArt" zu gefallen wussten.


„Da doo ron ron" (Crystals) und „Mr. Postman" (Carpenters) waren gleich zu Beginn gelungene Beispiele für solche aufgefrischten und freudig begrüßten Bekanntschaften. Bei „Send in the Clowns" (Stephen Sondheim) durfte erstmals der Pianist des Chores, Matthias Wöschler, seine Fähigkeiten als Arrangeur unter Beweis stellen. Chicago mit „If you leave me now" und The Marcels mit „Heartaches" waren die Urheber der beiden nächsten Lieder, die die über 5o Ton-Artisten, vom begeisterten Beifall getragen, mit großer Sicherheit interpretierten. „I won"t last a day without you" (Carpenters) und das rhythmisch ruhigere „Stand by me?" (Ben E. King) bewiesen erneut, dass der Chor, von seinem Dirigenten mit großer Geste und ebensolcher Präzision geführt, allen Problemen der Rhythmik und Dynamik überzeugend gewachsen ist. Ein neuer Höhepunkt folgte mit „Shadowland" und „Hakuna Matata" aus „The Lion King". Gesungene Schatten zogen sich wie steigende und fallende und schließlich sanft ausklingende Wellen durch besagtes Schattenland. Ein ausgezeichnetes Solo Inas, einer der der Bergzaberner Jäger-Schwestern, rundete diesen Vortrag ab.


„Music was my first love" wurde von einem kleineren Auswahlchor vorgetragen, der auch dies hinreißend bewerkstelligte. Zu den Queen-Titeln „Bohemian Rhapsody" und „Somebody to love" hatte der Chor das Publikum reihenweise „umzingelt", so dass dies ein quasi-quadrophonisches Hörerlebnis richtig genießen konnte. Der Abba-Song „Take a chance on me" ging trotz flotter Wortakrobatik gefällig über die Bühne. Die Frauen durften allein bei „I say a little prayer" (Dionne Warwick) und „You"ve got a friend" (Carole King) ihre zarten, aber ausdrucksstarken Stimmen ertönen lassen. Hasso, der schwule Pudel der Prinzen, löste großen Jubel aus. Ob das von der barocken Opulenz der Melodie der ehedem Thomaner- Chorknaben kommt, vom frivolen Text oder doch eher von dem hinreißenden Vortrag, bei dem die Frauen ausgeschlossen blieben, das bleibt offen.


Nun rückte der deutsche Schlager in den Blickpunkt. „Im Wagen vor mir" (Henry Valentino), „Ein Lied kann eine Brücke sein", „Eine neue Liebe" mit Frank Schimpf als Solist, „Wunder gibt es immer wieder" und „Er gehört zu mir" bildeten ein Medley, das Matthias Wöschler arrangiert hatte.


Nachdem Hans Neubrandt zwei Chordamen, die ihren Chor auch nicht an ihrem Geburtstag im Stich lassen wollten, mit Blumen Glück gewünscht hatte, gab es ein Schauspiel, das allein den Besuch lohnte: „Time Warp" aus der Rocky Horror Picture Show. Der Chor wurde zur singenden Balletttruppe, die zusammen mit den Solisten Ulrike Pahle,Wolf und Rudolf Göllinger ein tickendes Problem darstellte, nämlich den Umgang mit der fließenden Zeit. Die Begeisterung der Chormitglieder übertrug sich auf das Auditorium, dass stehend applaudierte und - „Time Warp" wurde wiederholt.

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